Digitaler Austausch zur Führerscheinreform

In dieser Woche habe ich Fahrschulen aus meinem Wahlkreis zu einem digitalen Austausch zur geplanten Führerscheinreform eingeladen. Ziel war es, die Einschätzungen der Praktiker frühzeitig in die politische Debatte einzubeziehen.

Im Mittelpunkt der Kritik stand dabei vor allem die geplante Aufhebung der Präsenzpflicht im Theorieunterricht. Die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer machten deutlich, dass sie hierin erhebliche Risiken sehen. Aus ihrer Sicht lebt der Theorieunterricht vom direkten Austausch, von Rückfragen, Diskussionen und der unmittelbaren pädagogischen Begleitung. Gerade bei komplexen oder sicherheitsrelevanten Themen befürchten sie, dass ein rein digitaler Unterricht zu Lasten von Lernerfolg, Aufmerksamkeit und Verständnis gehen könnte.

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Fahrschulen bereits heute mit digitalen Elementen arbeiten und diese sinnvoll einsetzen. Eine vollständige Verlagerung weg vom Präsenzunterricht werde jedoch nicht als Qualitätsgewinn gesehen, sondern eher als Absenkung des Ausbildungsniveaus. Mehrere Teilnehmer äußerten die Sorge, dass dies langfristig auch negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben könnte.

Ziel der Reform soll es nach Angaben der Bundesregierung sein, den Führerschein insgesamt günstiger zu machen. Die Fahrschulen bezweifeln jedoch, dass dieses Ziel allein durch eine Lockerung der Präsenzpflicht erreicht werden kann. Stattdessen wurde angeregt, die tatsächlichen Kostentreiber – etwa Prüfungsgebühren, Verwaltungsaufwand und Rahmenbedingungen der Ausbildung – differenziert zu betrachten.

Ich habe den Fahrschulen abschließend zugesichert, ihre Anmerkungen und Bedenken in meine Arbeit einzubringen. Die Führerscheinreform werde ich eng im parlamentarischen Verfahren begleiten und mich dafür einsetzen, dass Qualität, Praxisnähe und Verkehrssicherheit nicht dem reinen Kostendruck geopfert werden. Der direkte Austausch mit den Betroffenen ist dafür unverzichtbar.