Björn Simon

Für eine verlässliche und generationengerechte Rente

Die Rente ist eine der großen Zukunftsfragen unseres Landes. Der demografische Wandel stellt unser Rentensystem vor enorme Herausforderungen: Immer weniger Beitragszahlerinnen und Beitragszahler finanzieren die Alterssicherung einer wachsenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern. Gleichzeitig müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass sie nach einem langen Arbeitsleben im Alter gut abgesichert sind.

 

Der Bericht der Alterssicherungskommission zeigt hierfür wichtige Wege auf. Ziel ist eine Rente, die verlässlich bleibt, Generationen fair behandelt und Beschäftigte, Arbeitgeber sowie den Bundeshaushalt nicht überfordert.

 

Ein zentraler Vorschlag ist, künftig stärker auf alle drei Säulen der Alterssicherung zu schauen: die gesetzliche Rente, die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge. Entscheidend ist am Ende, wie viel vom letzten Nettoeinkommen im Ruhestand tatsächlich zur Verfügung steht. Perspektivisch soll ein Gesamtversorgungsniveau von 70 Prozent nach Steuern angestrebt werden.

 

Besonders wichtig ist der Einstieg in eine kapitalgedeckte Komponente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese sogenannte Kapitalrente nach schwedischem Vorbild soll individuelle, eigentumsgeschützte Konten schaffen. Gerade jüngere Menschen könnten so stärker vom langfristigen Wachstum der Kapitalmärkte profitieren. Damit würde die gesetzliche Rente breiter und zukunftsfester aufgestellt.

 

Der Bericht macht aber auch klar: Eine stabile Rente wird es nicht ohne schwierige Entscheidungen geben. Dazu gehören auch Maßnahmen beim Renteneintritt. Nach 2031 soll das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Gleichzeitig sollen klare Härtefallregelungen für Menschen geschaffen werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem langjährigen Beruf arbeiten können.

 

Auch Menschen mit niedrigen Renten werden gezielt in den Blick genommen. Wer gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, soll im Alter besser dastehen als jemand, der keine oder nur geringe Beiträge geleistet hat. Arbeit und Beitragszahlungen müssen sich auch im Alter auszahlen.

 

Wichtig ist außerdem mehr Gerechtigkeit zwischen den Alterssicherungssystemen. Deshalb werden auch Vorschläge für Selbstständige, Beamte, Minijobber und Abgeordnete gemacht.

 

Für uns ist klar: Ein einfaches „Weiter so“ wäre keine verantwortungsvolle Lösung. Wer die Rente für kommende Generationen sichern will, muss heute handeln. Der Bericht der Alterssicherungskommission ist deshalb eine wichtige Grundlage für eine große Rentenreform, die Verlässlichkeit, Generationengerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft miteinander verbindet.

 

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