Wie sieht der Arbeitsalltag bei der Bahn eigentlich ganz konkret aus? Bei einem Praxistag bei DB Regio hatte ich die Gelegenheit, gleich zwei sehr unterschiedliche Bereiche kennenzulernen: die Arbeit eines Kundenbetreuers im Nahverkehr und den Betrieb in einer S-Bahn-Werkstatt.
Zunächst war ich im Regionalverkehr unterwegs und durfte einen Kundenbetreuer im Nahverkehr – kurz KiN – bei seiner täglichen Arbeit begleiten. Dabei wurde schnell deutlich, dass das Kontrollieren von Fahrkarten nur einen kleinen Teil der Aufgaben ausmacht. Kundenbetreuer sind Ansprechpartner für die Fahrgäste, helfen bei Fragen und Problemen, geben Orientierung und tragen dazu bei, dass der Betrieb im Zug möglichst reibungslos funktioniert.
Gleichzeitig müssen die Beschäftigten immer wieder schwierige Situationen bewältigen. Besonders problematisch ist, dass Respekt und Wertschätzung gegenüber dem Personal zunehmend verloren gehen. Verbale und insbesondere tätliche Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht hinnehmbar. Wer tagtäglich für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr sorgt, verdient Respekt und einen sicheren Arbeitsplatz.
Im zweiten Teil meines Praxistages ging es hinter die Kulissen in die S-Bahn-Werkstatt. Dort werden die Fahrzeuge regelmäßig gewartet, geprüft und repariert. Fahrwerk, Bremsen, technische Komponenten im und unter dem Fahrzeug sowie Anlagen auf dem Dach müssen zuverlässig funktionieren, damit die S-Bahnen jeden Tag sicher unterwegs sein können.
Dabei durfte ich nicht nur zuschauen, sondern auch selbst mit anpacken und die Fahrzeuge aus Perspektiven kennenlernen, die Fahrgästen normalerweise verborgen bleiben – vom Dach der S-Bahn bis unter den Zug.
Beeindruckt haben mich neben der Größe und den technischen Möglichkeiten der Werkstatt vor allem das Fachwissen, die Verantwortung und die Teamarbeit der Beschäftigten. Viele unterschiedliche Berufe und Arbeitsschritte greifen ineinander, damit am Ende ein zuverlässiger Schienenverkehr möglich ist.
Für mich als Verkehrspolitiker sind solche Praxistage besonders wertvoll. Wer gute Verkehrspolitik machen will, muss nicht nur über Infrastruktur, Finanzierung und Fahrgastzahlen sprechen, sondern auch die Menschen kennenlernen, die das System jeden Tag am Laufen halten.
Vielen Dank an DB Regio und insbesondere an die Kolleginnen und Kollegen im Zug und in der Werkstatt für die offenen Gespräche, die spannenden Einblicke und die Möglichkeit, selbst mit anzupacken.