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Aktuelles

Bauboom braucht Rohstoffe!

Zielkonflikt bei der Rohstoffgewinnung trotz hoher Nachfrage

 

Im Verlauf der sitzungsfreien Wochen des Deutschen Bundestages hat der Obertshausener Bundestagsabgeordnete Björn Simon die Sehring AG in Langen besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Stefan Sehring erörterte der Parlamentarier die aktuellen Herausforderungen des traditionsreichen Familienunternehmens und der Rohstoffförderung im Allgemeinen.

Im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, dass einerseits die Nachfrage nach den Rohstoffen Kies und Sand vor dem Hintergrund des dringend benötigten Wohnungs- und Infrastrukturausbaus in der Region aber auch darüber hinaus ungebrochen hoch ist. Auf der anderen Seite steht der Abbau aber nicht zuletzt wegen der damit einhergehenden Eingriffe in die Natur in der Kritik. So hielt Björn Simon fest: „Viele Gespräche mit Branchenvertreten wie der Sehring AG zeigen, dass es immer schwieriger wird, dringend benötigte Bodenschätze auch tatsächlich zu heben. So stehen wir trotz des großen Bedarfs an Kies und Sand immer wieder vor dem Zielkonflikt zwischen der Rohstoffsicherung und den Gewinnungsmöglichkeiten auf der einen und dem Eingriff in die Natur auf der anderen Seite. Die vorsorgende Rohstoffsicherung bildet jedoch eine Basisaufgabe der Daseinsvorsorge. Ich setze mich daher dafür ein, bei Abwägungsentscheidungen heimischen Rohstoffen den gleichen Rang wie anderen öffentlichen Belangen einzuräumen“, so der Obertshausener Abgeordnete.

Großes Potenzial bietet in diesem Zusammenhang auch der Bereich der Ressourceneffizienz. So erläutert Simon, dass ein effizientes Ressourcenmanagement inklusive Kreislaufführung, also dem Recycling von Baustoffen, Umweltbelange mit der Rohstoffversorgung vereinen könne. „Schon heute werden rund 90 Prozent mineralischer Bauabfälle umweltgerecht verwertet. Ziel muss es aber sein, die Bauabfälle nicht nur zu verwerten, sondern wieder so aufzuarbeiten, dass diese den Ressourcenbedarf für Neu-, Umbau- und Sanierungsaufwendungen bedienen können und der für die Substitution von Primärrohstoffen anfallende Anteil an potenziell zur Verfügung stehenden Recyclingmaterialien erhöht wird.“

Geschäftsführer Sehring beklagte im Gespräch zudem insbesondere die mangelnde Planungssicherheit und die schwierige Kommunikation mit dem Regierungspräsidium und den zuständigen Behörden. So würden geltende Abbaugenehmigungen oft beklagt, wodurch die Rohstoffgewinnung in Langen ins Stocken gerät. Dies könne im äußersten Fall zu einem Baustopp in weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets führen, da ein Großteil der mineralischen Rohstoffe vom Langener Unternehmen gewonnen wird.

Auch die Renaturierung und Aufforstung ehemaliger Abbaugebiete war Thema beim Besuch vor Ort in Langen. Björn Simon hob nach dem Gespräch die diesbezüglichen Anstrengungen der Firma hervor: „Die Sehring AG hat unter Beweis gestellt, dass sie den Umweltschutz ernst nimmt und ihren Verpflichtungen zur Rekultivierung ehemaliger Abbauflächen vorbildlich nachkommt“. Bedauerlicherweise zeichnet sich hier ein weiterer Zielkonflikt ab. So schreibt ein Planfeststellungsbeschluss von 1991 am beliebten Langener Waldsee eine Wiederauffüllung des Sees im Südostbereich samt Schaffung von Strandflächen für ein zweites Strandbad vor. Da die Sehring AG an diesen Beschluss gebunden ist, könnten als Konsequenz zukünftig weder Segelregatten noch der international beachtete „Ironman“ im Waldsee stattfinden. „Ich appelliere daher an alle beteiligten Verbände, Behörden und Unternehmen, hier eine gütliche Einigung zu erzielen. Der hohe Freizeitwert des Langener Waldsees und die damit verbundene nationale und internationale Stellung als Sportstätte muss erhalten bleiben“, erklärte Björn Simon abschließend.