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Aktuelles

Brauchen wir ein "Akkupfand"?

Elektroautos, Akku-Schrauber, Digitalkameras, E-Bikes, Smartphones oder Notebooks – moderne Technik ist mobil und benötigt immer leistungsfähigere Energiespeicher. Zudem gibt es neben dem technischen Fortschritt ein geändertes Kauf- und Konsumverhalten, durch welches immer mehr Batterien und Akkus auf den Markt kommen und die Lebenszyklen von Elektrogeräten gleichzeitig immer kürzer werden. Als Speicher werden heute hauptsächlich Lithiumbatterien und -akkumulatoren (Li-Ionen) verwendet, da sie eine hohe Energiedichte, Speicherkapazität und Zyklenfestigkeit besitzen. Zudem ist Lithium das leichteste feste Element, das – obwohl es ein Metall ist – auf Wasser schwimmt. Im Vergleich zu Bleiakkumulatoren ist es daher der scheinbar ideale Rohstoff für wesentlich leichtere und leistungsfähigere Energiezellen.

Allerdings ist Lithium - neben dem höchst kritischen Abbau in südamerikanischen Ländern - ein äußerst reaktionsfreudiges und leicht brennbares Metall. Mit steigender Verwendung für Energiespeicher ist daher auch das Gefährdungspotential in der Entsorgungsbranche gestiegen. Fast wöchentlich kommt es in Deutschland zu Bränden in Sortieranlagen, da es durch unsachgemäße Entsorgung und Behandlung der Energiezellen zu Kurzschlüssen kommt. So können, wie beispielsweise im Juni dieses Jahres im Hanauer Hafen, schwer bis nicht löschbare Lithiumbrände entstehen. Laut Branchenvertretern sind solche Brände in deutschen Recyclinghöfen an der Tagesordnung.

Im Verlauf der Sitzungswoche des Bundestages sprach ich im Rahmen eines Parlamentarischen Abends des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) über die gegenwärtigen Herausforderungen im Hinblick auf Energiespeicher. So diskutierten unter meiner Schirmherrschaft Branchenvertreter und Politiker beispielsweise über ein mögliches Pfandsystem für Lithiumbatterien und -akkus. Damit könnte die Sammelbereitschaft deutlich erhöht und eine wirksame Lenkung insbesondere kritischer Batterieströme erreicht werden. Auch die Brandgefahr bei den Entsorgern würde merklich verringert werden. Ob solch ein Pfandsystem wirklich realisierbar ist, gilt es noch zu prüfen. Für mich steht jedenfalls schon heute fest, dass es im Falle einer „Bepfandung“ nicht zu einer Benachteiligung deutscher oder europäischer Produkte kommen darf, wenn Billigprodukte aus China sich durch unkontrollierbare Massenexporte einem Pfand entziehen.